Anlage 2 ImmoWertV (zu § 12 Abs. 5 S. 1) · § 4 Abs. 3
Restnutzungsdauer bei Modernisierung
Modell für Wohngebäude: Aus Modernisierungspunkten (Tabelle 1 oder Tabelle 2), Gesamtnutzungsdauer (Anlage 1) und Alter ergibt sich die Restnutzungsdauer nach der Formel der Anlage 2 Nr. II.2. Das Modell ersetzt nicht die sachverständige Würdigung des Einzelfalls.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Kurz beantwortet, mit Fundstelle in der ImmoWertV.
Wie wird die Restnutzungsdauer nach Anlage 2 ImmoWertV berechnet?
Aus den Modernisierungspunkten (Tabelle 1 der Anlage 2, maximal 20 Punkte) folgt der Modernisierungsgrad; mit den Koeffizienten a, b und c der Tabelle 3 ergibt sich die modifizierte Restnutzungsdauer nach der Formel RND = a × Alter² ÷ GND − b × Alter + c × GND. Die Formel gilt erst ab dem in Tabelle 3 je Punktzahl genannten relativen Alter (Alter ÷ GND); darunter bleibt es bei RND = GND − Alter.
Welche Modernisierungselemente werden bewertet?
Anlage 2 Nr. II Tabelle 1 ImmoWertV nennt acht Elemente: Dacherneuerung, Fenster und Außentüren, Leitungssysteme, Heizungsanlage, Wärmedämmung der Außenwände, Bäder, Innenausbau sowie wesentliche Verbesserung der Grundrissgestaltung – mit maximal 2 Punkten je Element, für Dacherneuerung und Wärmedämmung der Außenwände maximal 4 Punkten; bei nur teilweise durchgeführten Maßnahmen sind Zwischenwerte zu vergeben.
Was gilt bei einer Kernsanierung?
Nach Anlage 2 Nr. II.3 ImmoWertV wird bei einer Kernsanierung die Restnutzungsdauer in der Regel mit 90 % der Gesamtnutzungsdauer angesetzt; bei einem fiktiven Baujahr ist entsprechend zu rechnen. Umgekehrt kann die Restnutzungsdauer bei unterlassener Instandhaltung oder Baumängeln kürzer sein als nach dem Modell (§ 4 Abs. 3 S. 2 ImmoWertV).
Gilt das Modell auch für Nichtwohngebäude?
Anlage 2 ImmoWertV ist ausdrücklich für Wohngebäude konzipiert; die Gesamtnutzungsdauern der Anlage 1 gelten für alle Gebäudearten. Für Büro-, Gewerbe- und Sonderimmobilien ist die Restnutzungsdauer sachverständig unter Berücksichtigung des Modernisierungszustands zu schätzen; das Modell kann als Orientierung dienen.